Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

Professor ling. orient. Daniel Schwenter

Professor ling. orient. Daniel Schwenter[1, 2, 3, 4, 5, 6]

männlich 1585 - 1636  (50 Jahre)

Angaben zur Person    |    Medien    |    Notizen    |    Quellen    |    Alles    |    PDF

  • Name Daniel Schwenter 
    Titel Professor ling. orient. 
    Geboren 31 Jan 1585  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Getauft 01 Feb 1585  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [7
    Geschlecht männlich 
    Beruf Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Prof. Math. 
    Beruf Prof. Phil. 
    Beruf 1602  Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Student 
    Religion ev 
    Gestorben 19 Jan 1636  Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Begraben 21 Jan 1636 / 25 Jan 1636 
    Personen-Kennung I5638  Paul Wolfgang Merkel
    Zuletzt bearbeitet am 9 Mrz 2000 | ravo 

    Vater Johann Schwenter,   geb. 05 Sep 1520 / 10 Aug 1520, Kelheim,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 29 Apr 1596, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 75 Jahre) 
    Mutter Barbara Köhler,   geb. 20 Okt 1545, Engelthal,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 05 Dez 1607, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 62 Jahre) 
    Verheiratet 22 Jul 1566  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [8
    Familien-Kennung F2079  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 1 Magdalena Vischer,   geb. nach 1578,   gest. 20 Okt 1623  (Alter < 43 Jahre) 
    Verheiratet 11 Mrz 1606  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [9
    Kinder 
     1. Barbara Magdalena Schwenter,   geb. 24 Dez 1619, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 19 Feb 1650, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 30 Jahre)
     2. Sigmund Andreas Schwenter,   geb. 29 Nov 1606, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 06 Sep 1674  (Alter 67 Jahre)
     3. Ägidius Christian Schwenter,   geb. 04 Dez 1607, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. Ungarn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
     4. Susanna Schwenter,   geb. 20 Mai 1609, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 09 Jul 1611  (Alter 2 Jahre)
     5. Joachim Ernst Schwenter,   geb. 15 Okt 1610, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 02 Jul 1611  (Alter 0 Jahre)
     6. Johannes Daniel Schwenter,   geb. 10 Mai 1612, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 14 Mrz 1690  (Alter 77 Jahre)
     7. Wolf Albrecht Schwenter,   geb. 19 Okt 1613, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 03 Jan 1633  (Alter 19 Jahre)
     8. Balthasar Schwenter,   geb. 09 Mrz 1615, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 13 Mrz 1684  (Alter 69 Jahre)
     9. Georg Schwenter,   geb. 18 Okt 1616, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 26 Apr 1617  (Alter 0 Jahre)
     10. Ursula Schwenter,   geb. 27 Okt 1623, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 21 Dez 1623  (Alter 0 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 9 Mrz 2000 
    Familien-Kennung F2075  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 2 Maria Gruber,   get. 15 Jun 1591 / 18 Jun 1591, St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 19 Jan 1636, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter ~ 44 Jahre) 
    Verheiratet 05 Apr 1624  Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [10
    Kinder 
     1. Michael Schwenter,   geb. 20 Feb 1625, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 16 Dez 1634  (Alter 9 Jahre)
     2. Ursula Schwenter,   geb. 05 Okt 1626, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 08 Jun 1630  (Alter 3 Jahre)
     3. Jacob Schwenter,   geb. 21 Mrz 1631, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 06 Apr 1674  (Alter 43 Jahre)
     4. Anonymus Schwenter,   geb. 23 Jul 1634, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 23 Jul 1634  (Alter 0 Jahre)
     5. Anonymus Schwenter,   geb. 18 Jan 1636, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 18 Jan 1636  (Alter 0 Jahre)
     6. Gg. Nicolaus Schwenter,   geb. 18 Jan 1636, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
    Zuletzt bearbeitet am 29 Mrz 2000 
    Familien-Kennung F2260  Familienblatt  |  Familientafel

  • Fotos
    Schwenter Daniel - Kilian
    Schwenter Daniel - Kilian
    Vorfahren von PW Merkel: Daniel Schwenter 74
    Kupferstich 17,5x11,5 Lucas Kilian 1623 German.Museum Mp 22006, Plattenoch vorhanden
    (S.54 A.Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel, 1983), RötenbeckS. 200
    Schwenter Daniel - Roth-Scholz
    Schwenter Daniel - Roth-Scholz
    Vorfahren von PW Merkel: Daniel Schwenter 74
    Kupferstich 17x10 W.P.Kilian aus Röth-Scholz: Icones eruditorum academicae Altorfianae Nürnberg 1773 German.Museum Mp 22007
    (S.54 A.Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel, 1983)
    Schwenter Daniel - Boissard
    Schwenter Daniel - Boissard
    Schwenter Daniel - Freher
    Vorfahren von PW Merkel: Daniel Schwenter 74
    Kupferstich 13,5x10 aus Boissard: Bibliotheca chalcographicaFrankfurt/M. 1664
    (S.54 A.Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel, 1983)
    Schwenter Daniel - Freher
    Schwenter Daniel - Freher
    Vorfahren von PW Merkel: Daniel Schwenter 74
    Kupferstich 7,5x4,5 aus Freher: Theatrum virorum eruditione clarorum Nbg. 1688; Württ.Landesbibl.Stuttgart
    (S.54 A.Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel, 1983)
    Personenbild
    Personenbild
    Schwenter Daniel - Freher
    Vorfahren von PW Merkel: Daniel Schwenter 74
    Kupferstich 7,5x4,5 aus Freher: Theatrum virorum eruditione clarorum Nbg. 1688; Württ.Landesbibl.Stuttgart
    (S.54 A.Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel, 1983)
    Schwenter Füller
    Schwenter Füller
    Daniel Schwenter beschreibt, wie eine Füll-Feder herzustellen ist, 200 Jahre, bevor das Prinzip mit anderen Materialien nachgebaut wurde.

  • Notizen 
    • Verzeichnis der Voreltern...von Paul Wolfgang Merkel, 1992 bearbeitet von Arthur Mez: Nr. VII. 74 (Mez-Nr. 3018)
      Ehrenvest, hochachtbar und wolgelart
      Professor in Altdorf; 1602 Studium in Altdorf, 1608 Prof. d. heiligen Sprachen, 1610 Magister, 1625 Prof.der gesamten orientalischen Sprachen, 1628 dazu der Mathematik (oder schon 1616), 1623 Rektor
      Herausgeber des Buches: "Mathematische Erquickstunden". Der ERstdruck von 1636 befindet sich in der Klosterbücherei Windsheim, Nachdruck 1991 (Berta Winter, S. 104, St. Johannis Burgfarrnbach - Kirchenräte im Kirchenkampf, Fürth im Juni 2003)
      Nach Aufzeichnung von Berta Winter (S.39 Foto) wurde sein Epitaph in der Nürberger Batholomäuskirche, gestiftet von Johannes Schwenter, am 11./12.8.1943 zebombt.

      5638/5644
      Aufzeichnungen von EDUARD MERKEL (IV-10.03.07) über frühe Merkel-Vorfahren (alphabetisch geordnet);
      ergänzt durch Anmerkungen von A. Mez und neuere Literatur;
      in Maschinenschrift übertragen von Gerhard Merkel;
      eingescannt und ins Ahnenprogramm eingefügt von Eberhard Brick (2004)


      Daniel SCHWENTER
      Der Erfinder der FÜLLFEDER ein Deutscher !
      Fast 200 Jahre bevor die Füllfeder praktisch zur Ausführung kam, veröffentlichte ihre Idee ein deutscher Gelährter, dessen Name und Wirksamkeit viel zu wenig bekannt ist: Daniel Schwenter ein durchaus universeller Kopf und hoechst origineller Geist. Er war Orientalist und zugleich Mathematiker; geboren 1585 in Nürnberg und unterrichtete beide Fächer, also die orientalischen Sprachen, Arithmetik, Geometrie und was damit zusammenhaengt, in Altdorf. 1625 bekam er die Professur für alle Sprachen des Orients, 1629 wurde er zum "Poeten" der hebraeischen, chaldaeischen und syrischen Sprachen ernannt; das gab es damals nachdem er viele Jahre , Rektor gewesen war. Er starb überarbeitet, krank und erschoepft durch die Aufregung anlaesslich des Todes seiner 2. Frau bei einer Zwillingsgeburt, wenige Stunden nach ihr an dem selbem Tage. Mit dem einen der Zwillinge - der andere starb - hinterliess er 16 Kinder. Und eine Menge durchaus eigenartiger Werke, von denen vor allem das nach seinem Tode herausgegebene mit seitenlangen Titel interessiert, das kann man gekürzt als "Erquickstunden" bezeichnen. Darin wird in der Art des Barock einfach alles: Wissenschaft, Magie, Kurzweil, Mathematik, Chemie, Naturwissenschaft, Astronomie in Form von kurzen "Anleitungen" behandelt. Etwa von der ersten Anwendung von Kettenbrüchen, eines genialen magnetischen Telegraphen, der Senkwage usw. auch: "Mit der Kreide zu schreiben, dass sie nicht leicht abwische" oder "Wie die Windhosen zu machen dann man über die See gehen kann" aber auch: "Die Leut bei naechtlicher Weil zu vexieren, dass sie meynen, sie sehen Gespenster". Mitten zwischen echter und falscher Gelehrsamkeit , "Zauberei" und Kunststücke gibt es im 14. Teil die erste Erwaehnung der Füllfeder als einer Feder, mit der man tagelang schreiben koenne. Dort heisst es als Ueberschrift: "Ein schoen geschwungene Feder zu zusichern/ Solche Dinten haelt/ und so viel laesst, als man bedürftig". Es folgt die genaue Anleitung, die mit den Saetzen beginnt: "Erstlich nimb drey Kyle (Federkiele), schneide auhs jedem das Stück 2/9 (Die Ziffern beziehen sich auf eine Abbildung der Feder) Diese drey Stück stecke fein und geheb (dicht) in einander. Danach schneide vom Vierdten Kyhl ein Stück wie 2/5, schneide bei 4 ein loechlein darein, dass ungefaehr ein Kirsch-Kernlein dadurch fallen koenne, die auch stecke zu Oberst auf die drey, drück dann das Loechlein oben her komme ..." Kurz, Schwenter gibt ungefähr das Modell unserer Füllfeder natürlich aus Federkielen an u. fügt hinzu: Solche nun zu gebrauchen thue oben das Hütlein ab/ stecke sie unten bey 7 in eine Dinten/ so fein sauber sein und dünn/ Füllfedertinte! nimb die Feder oben in den Mund/ ziehe den Odem an Dich/ so wird sich die Feder voll Dinten ziehen / setze das Hütlein oben wider fein geheb (dicht) darüber / so wird nichts auslauffen damit das vacuum verhütet werde. " Wie man sieht, hat Schwenter unsere älteren Modelle (mit Gummispritze) übersprungen und füllt durch "Luftpumpe" genau wie die modernen Füllfedern mit dem Druckknopf. Nun schliesst er mit der Methode der Anwendung: " So man aber die Feder unten bey dem 8 drucket/ ...kommet ein tropffen herfür, den kannst du verschreiben / und hernach so offt drucken / so offt du mehr Dinte von noethen..." Rührend und bescheiden meint der Erfinder als Abschluss: "Ist einem Studioso oder Landmesser eine sehr nützliche Feder." So wurde denn Schwenter, der sich mit allen Dingen der damals bekannten Welt beschaeftigte, auch der Erfinder der Füllfeder. (s. Modell-Skizze)
      "Die Woche"
      4. Maerz 1934 Heft 12
      5644
      Aufzeichnungen von EDUARD MERKEL (IV-10.03.07) über frühe Merkel-Vorfahren (alphabetisch geordnet);
      ergänzt durch Anmerkungen von A. Mez und neuere Literatur;
      in Maschinenschrift übertragen von Gerhard Merkel;
      eingescannt und ins Ahnenprogramm eingefügt von Eberhard Brick (2004)


      Votivtafel des Hans SCHWENDTER in der Kirche zu Woehrd.
      Hans Schwendter, geb. Laurenzi 1520 als Sohn des Lederers Erasmus Schwenter und Dorothea Ziegerin in Kehlheim kam 21. Febr. 1540 nach Nürnberg. Verh.

      1. 29. Mai 1548 mit Anna Ritterin, Tochter des Balthasar RITTER
      und Barbara WIMPIN, geb. 1523 in Schloss Kohrsberg bei Crailsheim
      gest. 18. Febr. 1566 in Nürnberg 6 Kinder

      2. 22. Juli 1566 mit Barbara Cöler, Tochter des Hieronimus CÖLER,
      Stadtrichters in Nbg. vorm. Pfleger in Engelthal und
      Brigitta GROLANDIN geb. am 20. Okt. 1546 in Engelthal;
      t 8.12. 1607 in Nürnberg 11 Kinder

      darunter Daniel, geb. 31. jan. 1585, Urgrossvater von -'Catharina Susanna ROETENBECK, Ehefrau von Andreas MERKEL.
      Hans Schwenter wurde 22. Mai 1593 vom Rat zum Hauptmann gewaehlt, + 29. April 1596 in Nürnberg.

      LEBENSLÄUFE früher Merkel-Vorfahren (außer Namensträger Merkel), Arthur Mez, 1987
      Eingescannt und den Personen in GenPusWin/Merkel 2000 zugeordnet von Eberhard Brick, 2005

      DANIEL SCHWENTER
      Professor der orientalischen Sprachen und der Mathematik in Altdorf
      1585 - 1636
      (Allgemeine Deutsche Biographie (1875 ff.) XXXIII 413/414)
      S C H W E N T E R : DANIEL S., Orientalist und Mathematiker, geb. am 31. Jan. 1585 in Nürnberg, + am 19. Januar 1636 in Altdorf, war der Sohn von JOH. SCHWENTER, Genanntem des größeren Rathes und Bürgerhauptmann zu Nürnberg. In seinem 10. Lebensjahre wurde S. nach Sulzbach auf die Schule geschickt, wo er im Lateinischen, Griechischen und Hebräischen unterrichtet wurde. Die semitischen Sprachen flößten ihm das meiste Interesse ein, und so setzte er das Studium des Hebräischen, aber auch des Chaldäischen und Syrischen später in Nürnberg unter Elias Hutter fort. Gleichzeitig wandte er sich der Geometrie zu, welche er ohne Anleitung eines Lehrers aus Hirschvogel's Anweisung von 1543 und Wolfgang Schmid's aus Bamberg Geometrie von 1539 sich so weit aneignete, daß, als er 1602 die Universität Altdorf bezog, er den Unterricht des dortigen Professors Johann Prätorius, des Erfinders des Meßtisches mit Vortheil besuchen konnte, und daß er von diesem unterstützt auch die Schriften von Dürer, Vitruvius und Anderen kennen lernte. Schon damals begann er selbst geometrischen Unterricht zu ertheilen unter Zugrundelegung eben der Bücher von Hirschvogel und Schmid, aus welchen er sein Wissen der Hauptsache nach geschöpft hatte, und welche, weil in deutscher Sprache verfaßt, auch von Solchen verstanden werden konnte, die nicht lateinisch geschult waren..
      Er kehrte nach Nürnberg zurück und vermählte sich 1606, erst 21 Jahre alt, mit MAGDALENA FISCHER.
      Eine zweite Ehe ging er 1624 mit MARIA GRUBER ein.
      Der ersten Ehe entstammten 10, der zweiten 6 Kinder. Im Jahre 1608 siedelte er als Professor des Hebräischen, der sogenannten heiligen Sprache, wieder nach Altdorf über, um dort den Rest seines Lebens zuzubringen. Eine doppelte Berufung, welche 1634 an ihn erging, einmal als Professor der höheren Mathematik nach Wittenberg, das andere Mal nach Würzburg, wo er eine neue Schule ins Leben rufen sollte, schlug er aus. Inzwischen hatte seine wissenschaftliche Stellung sich geändert, seine Lehrthätigkeit sich wesentlich erweitert. Die Magisterwürde erwarb S. 1610. Dann bekam er die Aufsicht über die öffentliche Bibliothek und das Collegium, 1623 war er Rector der Universität. Das Jahr 1625 brachte ihm die Professur der gesammten orientalischen Sprachen, 1628 auch noch die der Mathematik, 1629 wurde er zum Poeten der hebräischen, chaldäischen und syrischen Sprachen ernannt. Die überbürdung mannichfachster Art mag Schwenter's Gesundheit untergraben haben. Er kränkelte, und als am 19. Januar 1636 seine Gattin bei der Geburt von Zwillingen, deren eins todt zur Welt kam, das Leben einbüßte, ergriff ihn der Verlust so sehr, daß er selbst am gleichen Tage starb.
      Seine zahlreichen Schriften gehören zum geringeren Theile der orientalischen Philologie, zum größeren Theile der Mathematik an; einiges fällt nun gar in ganz andere Gebiete. So hat S. eine Geheimschrift "Steganologia et steganographia" unter dem Pseudonym Resene Gibronte Runeclus Huneti drucken lassen, dessen Autornamen selbst ein wenn auch nicht vollständiges Anagramm von Daniel Schuuenterus Norimbergensis darstellt. Ferner hat er ein Lustspiel: "Peter Squenz" verfaßt, wie wir durch Andreas Gryphius wissen. Dasselbe gründet sich auf den Shakespeare'schen Sommernachtstraum, der S. durch die damals durch Deutschland herumziehenden englischen Schauspieler bekannt geworden sein wird. Der englischen Sprache war S. jedenfalls so wenig mächtig als der französischen. Gryphius läßt darüber in der Vorrede zu seinem Peter Squenz, der zuerst 1657 gedruckt ward, den fingirten Herausgeber. Riesentod sagen: damit der auf den deutschen Bühnen nicht unbekannte Peter Squenz nicht länger auf fremde Namen gehe, so wisse man, daß sein Verfasser kein anderer als der um ganz Deutschland wohlverdiente Daniel S. sei. Dessen Stück sei auch dem Gryphius zu Gesicht gekommen und dieser habe ihn "besser ausgerüstet, mit neuen Personen vermehret und ihm die letzten Strüche seiner Vollkommenheit" gegeben. Die Schwenter'sche Bearbeitung selbst ist bisher nicht gefunden. Unter den orientalischen Arbeiten seien mehrere Abhandlungen über die Aussprache bestimmter hebräischer Buchstaben aus den Jahren 1625, 1626, 1627, ein kleines hebräisch-lateinisches Wörterbuch von 1628, arabische, hebräische, chaldäische und syrische Verse genannt, von welchen er viele anfertigte.
      Der Mathematiker schätzt vorzugsweise folgende Schriften Schwenter's:
      "Die Beschreibung des geometrisachen Tischleins", welches Johann Prätorius erfunden (1619),
      "die Geometria practica nova" (1625 - 26), welche das beste derartige Werk genannt zu werden verdient, das im XVII. Jahrhundert erschienen ist, endlich und vor allem die
      "Delicia physico-mathematicae oder mathematische und philosophische Erquickstunden", 1536 von Schwenters Erben herausgegeben und von Georg Philipp Harsdörfer fortgesetzt. Ein französischer Jesuit Jean Leurechon Professor der Theologie, Philosophie und Mathematik im Kloster zu Barle-Duc gab 1625 unter dem Pseudonym H. van Etten eine Sammlung von theils alten, theils neuen Aufgaben heraus, welche den Titel führten Récréation mathématique composée de plusieures problèmes plaisants et facetieux en fait d'Arithmétique, Géométrie, Mechanique, Optique et autres parties de ces belles sciences. Dieses Buch kam in Schwenter's Hände als Geschenk eines in Paris gewesenen Freundes. Des Französischen wie schon gesagt worden ist, nicht mächtig, wandte sich S. an einen "der Französischen Sprach sehr wohlerfahrenen Mann", welcher ihm gegen Bezahlung beistand das Werk zu übersetzen. Außerdem hatte S. seit seiner Jugend für seinen eigenen Gebrauch Ähnliches gesammelt, und nun entschloß er sich, dem Beispiele Leurechon's zu folgen und seine ungleich vollständigere Sammlung im Drucke herauszugeben. Das ist die Entstehung der Schwenter'schen Erquickstunden. Sie bilden eine Fundgrube geschichtlicher Notizen, welche einer systematischen Ausbeutung noch immer harrt. Den Mathematiker interessirt vornehmlich, daß hier die erste Anwendung von Kettenbrüchen in einem deutschen Werke vorkommt. Der Physiker wird einer Senkwage zur Bestimmung des specifischen Gewichtes von Flüssigkeiten, sowie einer Art von magnetischem Telegraphen seine Aufmerksamkeit zuwenden.
      Weitere biographische Quellen:
      Will, Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon (1755 ff.) III 653 - 657
      und Supplement (1802 ff.) VIII 183 - 185
      Doppelmayer, Historische Nachrichten von den Nürnberger Mathematicis und Künstlern (1730, Neudruck 1972) 93
      Freher, Theatrum virorum eruditione clarorum (Nürnberg1688) 1530
      sowie eine ausführliche Biographie von E. Christel in
      Genealogie VII (1964/65) 393 ff. (8 Fortsetzungen)

  • Quellen 
    1. [S19] Kupferstiche.

    2. [S1] Keller, Keller, G.; Generalmajor, (Druck der Stuttgarter Buchdruckerei-Gesellschaft m.b.H.).

    3. [S17] ADB, (Historische Kommission der kgl. bayer. Akademie der Wissenschaft).

    4. [S20] Freher, Paul Freher.

    5. [S21] Genealogie, (Verlag Degener & Co.).

    6. [S18] Will NGL, G. A. Will.

    7. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 102v: 1.2.1585, Schwenter Daniel, V.: Hans, M.

    8. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 112: 22.7.1566, Schwender Hans / Kölerin Barba.

    9. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 57b: 11.3.1606, Schwenter Daniel, V.: Hans +,.

    10. A. Mez fand im Kirchenbucharchiv Regensburg für ALTDORF im Ehebuch S.441: Eodem Dom. Palmarum, / Der Ehrenvest Hochachtbar und W.