Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

Georg Rötenbeck

Georg Rötenbeck

männlich 1612 - 1675  (62 Jahre)

Angaben zur Person    |    Medien    |    Notizen    |    Quellen    |    Alles    |    PDF

  • Name Georg Rötenbeck 
    Geboren 19 Jul 1612  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Getauft 20 Jul 1612  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [1
    Geschlecht männlich 
    Beruf Ratskanzellist 
    Religion ev 
    Gestorben 14 Jun 1675  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Begraben 18 Jun 1675  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [2
    Personen-Kennung I5636  Paul Wolfgang Merkel
    Zuletzt bearbeitet am 12 Jan 2008 | ravo 

    Vater Michael Rötenbeck,   geb. 19 Apr 1568, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 27 Mrz 1623, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 54 Jahre) 
    Mutter Anna Ammon,   geb. 23 Mrz 1578, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 13 Dez 1621, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 43 Jahre) 
    Verheiratet 03 Mai 1596  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [3
    Notizen 
    • Will, Nürnb.Gelehrten-Lex. 3 384, 7 304; Freher, Theatrum virorum eruditione clarorum (1688) S. 1348; Kupferstiche
      (A.Mez, S.164)
    Familien-Kennung F2082  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 1 Barbara Magdalena Schwenter,   geb. 24 Dez 1619, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 19 Feb 1650, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 30 Jahre) 
    Verheiratet 05 Jun 1643  Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [4
    Kinder 
     1. Georg Paul Rötenbeck,   geb. 14 Apr 1648, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 15 Feb 1710, Altdorf,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 61 Jahre)
     2. Georg Michael Rötenbeck,   geb. 12 Mrz 1644, St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 20 Mrz 1644  (Alter 0 Jahre)
     3. Georg Daniel Rötenbeck,   geb. 02 Jun 1645, St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 17 Apr 1705  (Alter 59 Jahre)
     4. Joh. Georg Rötenbeck,   geb. 10 Jan 1647, St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
     5. Georg Rötenbeck,   geb. 15 Feb 1650, St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 29 Dez 1650  (Alter 0 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 9 Mrz 2000 
    Familien-Kennung F2074  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 2 Susanne Schröck,   geb. 1617,   gest. 30 Apr 1675, Nürnberg,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 58 Jahre) 
    Verheiratet 21 Nov 1659  St. Sebald Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  [5
    Zuletzt bearbeitet am 27 Mrz 2000 
    Familien-Kennung F2244  Familienblatt  |  Familientafel

  • Fotos
    Personenbild
    Personenbild
    Rötenbeck Georg (Wappen)
    Aus der Chronik der Familie Rötenbeck von A. Mez
    Bild von G. Zeller R072 ZB 1124
    Rötenbeck-Schwenter Wappen
    Rötenbeck-Schwenter Wappen
    Familienwappen aus den Rötenbeck'schen Familienbüchern
    Rötenbeck / Schwenter (36/37) BA1 Blatt 71 Rückseite
    (S.69 A.Mez, Bilder zur Familiengeschichte PW Merkel, 1983)
    Rötenbeck S. 132

  • Notizen 
    • Verzeichnis der Voreltern...von Paul Wolfgang Merkel, 1992 bearbeitet von Arthur Mez: Nr. VI. 36 (Mez-Nr.1508)
      Erbar und rechtsgelehrt
      G. Zeller: vor 1641 in Kriegs- und anderen Diensten
      11311
      Aufzeichnungen von EDUARD MERKEL (IV-10.03.07) über frühe Merkel-Vorfahren (alphabetisch geordnet);
      ergänzt durch Anmerkungen von A. Mez und neuere Literatur;
      in Maschinenschrift übertragen von Gerhard Merkel;
      eingescannt und ins Ahnenprogramm eingefügt von Eberhard Brick (2004)

      INHALT DES PAKETES MIT RÖTENBECK SCHRIFTEN 18.5.65
      N. Stadtarchiv
      Nr. Bezeichnung
      88 Der Fr. Catharina Susanna Merklin, geborene Rötenbeckin eigenhändige Aufzeichnung Ihrer Kinder und Gevatterschaften u. andere Bemerkungen Leichensermon v. Herrn Georg Rötenbeck, Cancellist geb. 19. 7. 1612
      63 Heirathsbrief Herrn Michael Röttenbeckhens der Artzney Doctoris und Junckfrawen Anna Ammonin Ag 1596
      54 Testamentum inter liberos Michaelis Roetenbeck, Med. D. verfertigt 18. Jannarij Anno Christi 1623
      Frauen Barbara Magdalena Rötenbeckin, einer gebohrnen Schwenderin, Seel. Lich - Sermon
      56 Brief d. Hanns Wolf Rötenbeck: " Meinem lieben Son Michael Röttenbecken Studirendt zu Padua und wonhafft bey Al Madonna Dorotea Thedescha al Porro de Puitto zuhanden Padua"
      - Bestätigung des M. Michael Weber, Schaffer bey St. Sebald betr. Schenkung von 20 Gulden von Paulus Gioren für Wegverbesserung i. Laubenzedel
      - Hochzeitscarmina zur Hochzeit von Dr. Georg Rötenbeck und Barbara Magdalena Schwenter mit Vorwort von Jacobus Schwenter Bruder der Braut 9.6.1643
      55 Bücherverzeichnis des Dr. Michael Rötenbeck zur Verteilung der Bücher an seine Kinder
      89 "Mein Mag. Daniel Schwenters von Nürnberg Geheimbüchlein geschrieben Ao Chr. 1634"
      - Quittung des M. Georg Paul Rötenbeckh gegeben in Altdorff den 15. Jan A. 1750 über 100 fl. Abzahlung an dem Haus im Fezzergässlein von Andreas Merkel
      Schätzungszettel der Werkleute für Matheus Bauerngerern vom 5. Juny (?) 1600
      - Konzept über Hypothekschein von 3000 fl für Wolf Christof von Lendersheim
      - Auseinandersetzung über die 3000 fl von Test. Executor Matthes Baurischer mit dem Advocaten Joh. Christ. Eisen
      - Verpflichtungsschein des Georg Paul Rötenbeck für Georg Rötenbeck bei dessen Aufnahme ins Alumneum in Altdorf
      - Cehsion für Herrn Georg Rötenbecks sel. Erben über 600 fl. Kapital.
      - Memorial u Lice under des Decani und (?) Collegij Medici allhier i. Nürnbg. samt beijlag betreffend des H. J. Eichholtz Sel. hinterlassenes Stipendii.
      - Brief des 23 jähr. Johann Rötenbeck geb. 1606 wahrscheinlich gerichtet an seinen Schwager Nikolaus Bayer den Gemahl seiner Schwester Magd. Rötenbeck (1597 - 1681)
      - Memorial an den Rath d. Stadt Nürnberg von Joh. Wilh. Bajers der Heil. Schrift D u P. P. in Jena (Konzept u. Reinschrift)
      - Empfangsbestätigung des Wolffst. Pfarrers Johann Philipp Bairer
      - Memorial der Emilie Heklin für den Rath d. Stadt Nürnberg
      - Cehsion über einige Gütt welches Fr. Susanna Rotenbeckin anvertrauet war
      - Memorial von Georg Paul Rotenb. um Bewerbung eines Stipendiums der Krauhs'schen Stiftung
      - Fragmente Schwenderisch- u. Rötenbeck' sche Sachen (5 St. ) und Brief von Georg Paul Rötenbeck an Andreas Merkei ( 1 St. )
      - Gesuch des Caspar Sixbauer von Laubenzell um Verlängerung des Stipendiums auf 3 Jahre
      - Ladung zur Berufungsentscheidung für Ursula Bräunen Deszendenten
      - Unterstützungsgesuch des + M. Daniel Schesender für seinen Sohn Jacob
      - Extract auhs Mattheus Bauren, dehs Eltern seel. Testament aufgericht den 3. Nov. Ao 1585. Geöffnet den 2. Oct. Ao 1587
      - Herrn Johan Jacob Wohlratens ausbezahlte 100 fl. bedingten Lehrgelds C B: Dan: Rötenbeck
      7 b Der Stat Ingolstat Quitung Hans Wolff Rötenbecken betreffend 1588
      51 Diplom der Universitaet Basel für Dr. Michael Rötenbeck
      68 Theilzettel für die Hinterlassenschaft von Dr. Michael Rötenbeck
      17 Curriculum vitae von M. Jacobe Schwenteri (latein)
      - Curriculum vitae von M. Georgij Paule Rötenbeck (latein) in Pergamentheftchen 10 x 8,5 cm

      Gef. Dr. Ed. Merkel
      1941 IV 1/O 37
      (1874 - 1945)

      LEBENSLÄUFE früher Merkel-Vorfahren (außer Namensträger Merkel), Arthur Mez, 1987
      Eingescannt und den Personen in GenPusWin/Merkel 2000 zugeordnet von Eberhard Brick, 2005
      Überschrift
      GEORG RÖTENBECK
      Rats-Kanzlist in. Nürnberg
      1612 - 1675
      (Familienbuch Rötenbeck fol. 73 ff.
      Handschrift, Merkel'sche Familienstiftung, German. Mus. Nürnberg BA 1 )
      G E O R G I U S, H. MICHAEL RÖTENBECKENS Med. Doct. Vierder Sohn, und Siebendes Kind, ward gebohren Anno 1612 Sontags den 19 Julii, 1/4 vor drey der großern Uhr in der Nacht, und von p. Georg Grohen, Bürgern und Handelßmann allhier, auß der Heyl. Tauf erhoben. Der Tauf Doth verschied in Gott A° 1640.
      Er ist neben seinem Bruder Johann und allen seinen andern Geschwistern fleißig zur Gottesfurcht und Schulen gehalten worden, alß aber seelig gedachter sein Lieber Vatter den 27 Martii A° 1623 in Christo seelig verschieden, Ist er, noch gedachten Jahrs nicht allein mit Fiebern, sondern auch noch darzu mit der großen abscheulichen, und bald mit der kleinen schmerzhafften Krez über drey ganzer Jahr continué dergestalt behafftet gewest, daß er solche lange Zeit über, wenig Wochen in den Kleidern bleiben können: derentwegen meistens zu Bett bleiben, und von den Dienstmägden gehebt, gelegt und getragen werden müßen, ja sogar auch wann Er eines Fiebers und der Krez, in etwas ledig worden, so balden darauf etwas anders an die statt kommen.
      Damit er aber gleichwohln nicht allerdings seiner in vorigen Jahren gelernte lectiones vergeßen möchte, ist ihm in solcher Zeit ein Praeceptor, nahmens Johannes Praetorius gehalten worden, so zu ihme täglich 2 mal ins Hauß kommen, welcher mit ihme die vorigen lectiones nicht allein repetirt, sondern auch, so viel es die unpäßlichkeit zugelaßen, weiters fortgefahren. Und ist hernach, alß sichs, Gott lob, mit ihme in etwas gebeßert, und wieder unter die Leuthe gehen können, zu H. Mag. Georg Buchnern, Caplan zum Heyl. Geist allhier im Neuen Spital, mehrern Theils zu dem ende in die Cost gethan worden, damit er neben anderen discipulis in seinen principis fortfahren könne, wie er dan daselbsten in Zweyen Jahren so weit kommen, daß er eine lateinische Epistolam machen können und in graecis auch einen guten anfang bekommen.
      Nachdem er aber nachmals wiederumb mit dem Fieber und abscheulichen schmerzhafften kleinen Kräz, vermuthlich, wegen ermangelnden Übung und noch dabey gehabten groben, harten unverdäulichen Pißen, überfallen worden, hat er sich endlich deß Medici H. Doct. Georgii Queccii, deß allhiesigen Wildtbads gebrauchen müßen, welches zu solchem affect nicht undienlich gewest. Unterdeßen aber, ist nicht allein das studiren wieder zurückgeblieben, sondern es seindt auch zugleich die Jahr da man etwas lernen und begreiffen sollen, allgemach hinweggeschlichen. Deßwegen auf Zusprechen seiner Vormünder, Eltisten Geschwistrigter und Befreunden, er sich einsten resolviren sollen, ob er bey dem Studiren zubleiben, oder eine Kunst oder Handwerk zulernen willens, hat er sich endlich dahin resolvirt, daß er die Mahlerkunst, oder das Goldtschmiedhandwerk darumb lernen wolle, weiln er besorge, er möchte mit dem studiren, wegen geschwächtem Ingenii lang obgehabten Kranckheiten, erfolgten Versäumnus der Zeit, bereit zimblich obhabenden Jahren und ermanglenden stipendien (sinthemalen damals in der Freundschafft keines ledig; zu einem andern aber nicht wohl zu gelangen gewesen) nicht mehr wohl fortkommen können. Weiln ihme aber sein Vetter und Vormund, alß seines Leibl. Vatters seel. Brueder, Johannes Rötenbeck ein künstlicher Goldschmied, bey welchem er bereit etliche Monat zu solchem reißen gelernet, leyder! durch den zeitl. Tod entgangen, hat er auch zu keinem andern Meister gewolt, sondern sich endlich resolvirt, sich viel lieber zur Schreiberey zu begeben, und dermaleinst nach einem ihm tauglich und anständigen Dienst zu trachten. Wie sich dan garbald darauf, wieder alles Verhoffen eine bequeme gelegenheit darzu ereignet. In deine A° 1629 Ein Edler E. Rath allhier, von dem Rath zu Leipzig das Manßfeld. Bergwerk wieder angenommen, und zum Verwalter deßelben, nacher Eißleben geschickt H. Wilhelm Straßburgern, weil. H. Doct. Abel Straßburgers Consulentens allhier Seel. Sohn, welcher sein (Georgen Rötenbeckens) leibliche Schwester, Jungfr. Mariam den 8 Octob. A° 1627 zur Heyl. Ehe genommen, mit welchem er und seine andere leibl. Schwester Jungfr. Susanna sich nach besagtem Eißleben begeben, und Amanuensis loco bey ihme geblieben. Alß aber unterschiedlicher Ursachen halber, sonderlich deß daselbst nach und nach überhandgenommenen Kriegswesens halber, das Bergwerk, in seinem völligen wesen, mit nuzen nicht hat können fortgehen und erhalten werden. Ist von Edelged. Rath zu Nürnberg obgedachter deßen Verwalter H. Wilh. Straßburg nach einem halben Jahr wieder avocirt, Er Georg Rötenbeck aber, dem zu Eißleben sich befundenen Khurfürstl. Sachß. sequestratiors Rentmeistern, Christof Lohren pro Amanuense de meliori recommendirt worden; daßelbsten er beynahe 2 Jahr geblieben. Alß nun die Kayser. Armee, unter Commando derer respective Herren Generalen und Feldmarschallen, deß Herzogen von Friedlands, Grafens Tylli und Grafens von Pappenheimb, dahin in vollem anzug gewesen, und derentwegen fast niemand in Eißleben und daselbst herumb bleiben wollen, hat er sich wieder, aber nur zu dem ende nacher Nürnberg begeben, umb zu trachten, daselbst bey frembden Herren (welche damaln starck ab- und zugezogen) eine Condition zu erlangen, und dabey entweder in frembden Landen, oder aber im Kriegswesen etwas zu erfahren und zu versuchen.
      Welches Vorhaben dann ihm, Gott lob, dergestalt wohl gelungen, daß, alß er sich bey dem Herrn Lienhard Torstensohn, damaligen Königl. Schwed. Obristen der Artiglerie (welcher war ein sehr dapferer und doch Gottliebender Cavallier, und endtlich noch General Feldmarschall, auch lezlich in den Grafen Stand erhoben worden.) zu Nürnberg in dem Wirthshauß zur Güldenen Ganß logirend, angegeben, und eben damals wegen ermangelnder Munition eylfertigst in das Lager vor die belagerte Statt Donawerth mit mehrern munition gehen sollte, hat ihme wohlged. Herr Obriste Torstensohn versprochen, wan er (Rötenbeck) sich alßbalden mundiren und mit marchiren könte, solte er für nichts zu sorgen haben, Er wolte ihne bey der Artigleria, oder wo er darzu nicht Lust hette, anderswo bey der Armee, wohl accomodiren. Daher er noch selbigen Tags, mit Pferd und anderer nothdurfft wohl versehen, und im Nahmen Gottes deß folgenden Tags, mit ihme ins Lager vor Donawerth marchirt, welche Statt, wie auch die Statt Rhein am Lech, unterhalb Donawerth gelegen (wo der General Tylli einen tödtlichen Schuß bekommen) nach sehr starcken canoniren und feuer einwerffen, zur Übergab gezwungen worden, der völlige march aber der Schwed. armee alsobalden darauf nach Augspurg gangen, welche Statt sich gleichmeßig baldt mit accord ergeben. In deme sichs nun mit bemeltem accord zimblich lang verweilet, ist Er, Georg Rötenbeck neben anderen vielen officiern und Bedienten, in dem Lager, in eine hizige Kranckheit gerathen (sinthemal dieselbe damain Beedes in dem Schwed. alß Kayserl. Lager starck graßirte) und sehr schwach worden, deßhalben der H. Obriste Torstensohn bey dem Einzug daselbsten den Königl. Schwed. Statthaltern, H. Grafen Georg Friederichen von Hohenlohe ersuchen laßen, seinen im Lager erkranckten Officiern und Bedienten, in einem Closter daselbsten, gut wardt und tractament, biß zu deren reconvalescenz zu schaffen. Welches dan auch geschehen, sinthemal Er Rötenbeck, mit einem Petardier Capitän, sonebst einem Feldt-Predigern, H. M. Jacob Prendeln, und einem Page, Monsieur Peter von Jaxtheim, alsobalden auf deß H. Obristen Kutschen, in das Sanct Ulrich Closter geführet, von etlichen München deßelben Orths beneventiret, eingenommen, Zween und Zween in absonderliche Stuben gelegt, mit fleißigen Wartern, guten Betten, Kost, Kostbaren Arzneyen und andern sehr stattlichen tractament auf das beste versehen und bedient worden. Und solches hat gewehrt etliche wochen. Es haben auch die Münche selbigen Closters, die Krancken fleißig besucht, zu aller nothdurfft guete anstalt gemacht, und sonst alle müglichste Ehr erwiesen, ja auch jedesmal über den andern oder dritten Tag, einen und andern Evangel. Pfarrern, sie zu besuchen und zu trösten, auch das Heyl. Abendmal zu reichen zugelaßen. Nach Gottlob wieder erlangter Gesundheit, haben die München ihnen bey Abzug Köstlichen Wein, Bier, und ander victualia, neben unterschiedtl. Labungen in zimblicher anzahl, mit auf die Reiße zur Armee (welche dazumaln vor der Statt München in Bayern gelegen) sambt einem Schreiben an H. Obristen Torstensohn, gegeben. Welche ihnen erwiesene große Ehr, guete Wart, Pfleg- und Versorgnus, auf erstattete relation so wohl gefallen, daß er baldt hernach solche Courtoisie, gegen Ihrer Königl. Maytt. in Schweden, selbst gerühmt, und deßwegen nacher Donawerth ordre ertheilen laßen, dem ged. Closter zur Recompens. 250 Scheiben Salz, und Zehen Fuder gueten Weins (weiln Wein und Salz dazumaln in Augspurg zimblich mangelte) dafür gratis zu schicken. Dazumaln sind über die 20 erkranckte Artiglerie Bediente, mit dem hitzigen Fieber beladen, nach und nach in gedachtes Closter kommen, und ohnzweifentlich ebner maßen wohl verpflegt und tractirt worden. Gott sey deßen allen reichlicher Vergelter.
      Alß nun Er, Rötenbeck, nach Gott lob wieder erlangter gueten Gesundheit, wieder zu seinem H. Obristen Torstensohn vor München kommen, seine stell aber ad interim, von einem studioso (so von Augspurg dahin kommen) versehen worden, hat der Herr Obriste alß ein sehr guet thätiger Cavallier selbigen studiosum nicht verstoßen wollen, sondern in seiner verrichtung zu behalten, und ihne Rötenbecken auch eine guete Condition zu verschaffen, sich erbothen, und befohlen, biß dahin, bey ihme, mit Pferd und Jungen zu bleiben. Bald darauf hat der H. Obriste vernommen, daß bey dem Königl. Schwed. General Commissariat ein stell abgangen, deßwegen Er, ihne Rötenbecken, dem H. General Commissario, Herrn Heinrich Larsen, recommendirt, und gebetten, ihne an deß abgegangenen stell, alß einen redtlichen Nürnberger (waren die verba formalia) an- und aufzunehmen. Auf welche recommendation Er, ohne einige andere Befragung alßbalden recipirt worden. Die bestallung war Monatlich 12 RHL. freye Kost, für ihn und seinen Jungen, wie auch Futter auf 2 Pferd, ohne die accidentia. Es hat der H. Obrist über das ihme zum Abschied einen schönen und gueten Paßgänger, mit Pistoln, Sattel und Zeug verehret. Gott vergelte Ihme solche rara courtoisie, hie zeitlich und dort Ewig.
      Bey dem Königl. General Commissariat waren drey Schwedische und 2 Teutsche Scribenten.
      Bey der Schwedischen Armee ist er so lange in Diensten geblieben, biß Ihre Königl. Maytt. in Schweden höchstseeligster gedachtnus, in der, wiewohl victoriosen jedoch leyder! sehr unglücklich vergangenen Schlacht von Lützen, Ihre Seel Gott aufgeopfert. Nach derselben Schlacht aber, ist es sehr wunderlich daher gangen, indem wegen ermanglenden Haubts, und zum Theil auch wegen großen Schreckens und Unmuths, fast keiner dem andern recht pariren wollen. Alldieweil es aber so gar zerrüttet daher gegangen, der Herr General Commissarius, und Herr Secretarius Sattler in ihren Chargen nicht mehr bleiben, sondern alsobalden große Obristen werden, denen aber ihre angenommenen Obristenstellen gar schlechtlich gediehen, sind sie vor außgang Jahr und Tag mit Ihren Neugeworbenen Regimentern zu scheitern gangen, und vielleicht beßer gewesen were, wan sie bey ihrem ordentl. Beruef der lieben Schreibfeder geblieben weren. Sind also beede in weniger Zeit dardurch gestorben und verdorben. Hat derentwegen, Er Georg Rötenbeck, bey dem so schnell geendeten Königl. Schwed. General Commissariat, auch nicht mehr bleiben wollen, sondern sich zurück begeben, und bey dem Königl. Schweed. Reichs Canzlern, Herrn Baron Axel Ochßenstiern, umb den außstand seines Salarii, erlaßung seines Dienstes, oder einen Ehrlichen Abschied angehalten, welcher darauf diese Vertröstung bekommen, daß er den Außstand seines salarii, auch wo er begehre, einen andern Dienst bekommen solle, dannenhero noch keines Abschieds vonnöthen. Indeßen aber solt er sich bey seinem Vettern, Herrn Baron Heinrich Broorsohn Rhalomb (war deß Herrn Reichs Canzlers Schwester Sohn, und solte dazumaln Gubernator zu Stralsund werden) aufhalten. Ist also 9. wochen bey ihme verblieben. Hat hernach sein außstendig Salarium völlig, und diese ordre bekommen. Weiln hochnothwendig zu wißen von nöthen sey, was in allen Königl. Schwedisch. Stätten, Vestungen und Pläzen, in Pommern und Mecklenburg, alß Stralsund, Wolgast, Anklam, Demin, Collmar und Stettin für tüchtig und ohntüchtige munition und Gewöhr vorhanden, ob sie alle mit noththurft versehen, und ob im und andern orths etwan ein Überfluß, mit welchem einem andern ermangelnden gedienet werden könte, solte er sich alsobalden mit einem Schwedischen Artiglerie Officier als adjuncto dahin verfügen und aller benanter Orthen die Artiglerie und munition inventiren, über jedes Orths Vorrath einen Inventarium aufrichten, und sodann solche, deß Herrn Feldherren Jacques Ponte de la Garde Exllz. zu Stockholm überreichen, über die Einhändigung Recognition begehren und ferneren Ordre erwartten.
      Hat sich demnach Er Rötenbeck in der Canzley mit nothwendig. Paß, Instruction, Recommendat. Creditiven und Geld versehen laßen, und in Gottes Nahmen solche Expedition und Verrichtung auf sich genommen. Sein Adjunctus war Hinderich Andersohn, Reformirter Lieutenant der Artiglerie und weiln er mit der Schreiberey nicht herkommen, mit der Teutschen Sprach auch nicht wohl fort kommen können, dannen hero nichts sonderliches verrichten können, hat Er Rötenbeck, aller und jeder Orthen, da die Beschreibung vergangen, die mühe fast allein gehabt. Er hat hernach solche Beschreibungen sauber ingroßiren müßen, und obgehabter Instruction gemeeß, Hochged. Herrn Feldtherrns Gräfl. Exllz. zu Stockholm überreicht.
      Weiln er nun solche in gueter Ordnung, sauber und nervös befunden, ist er in sonderlichen Gnaden aufgenommen worden, hat ihme auch über die Zehrung, auch ein und andern Orths bekommene Verehrungen, 50 Ducaten verehret, und dabey versprochen, wan er Lust hette in Schweden zubleiben, wolte er ihme alsobalden annehmliche Condition beschaffen. Wozu er aber gar nicht Lust gehabt, sondern inständig umb seine abfertigung und attestation der abgelegten Verrichtung, auch anderweite Recommendation an deß Herrn Reichs Canzlers H. Grafen Axel Oxenstierns Exllz. angehalten. Dazu er aber wieder alles Verhoffen fast über 3 Monate wegen allerhand eingefallener Verhinderungen nicht gelangen können. Unter deßen hat Er Rötenbeck, dem Herrn Baron Bengt Oxenstiern Königl. Schwed. Reichs Schazmeistern, aufgewartet, und ist mit ihm nacher Upsala und andere Orth in Schweden zu sehen verreist, allda er die Königl. Princessin gesehen.
      Weiln aber Schweden gegen Teutschland ein rauhes wildes Land, hat er je lenger je weniger Lust bekommen, sich allda lang aufzuhalten, oder in Dienste zu begeben, sondern vielmehr getrachtet, wie er wieder hinweg kommen, und seine abfertigung erlangen möge. Hat endlich seine abfertigung bekommen, nebst 100 Rhl. zur Zehrung. Hat also seine Reiß wieder auf Stralsund, von dannen aber recte nacher Franckfurt am Mayn zu deß Herrn Reichs Canzlers Herrn Axel Ochßenstierns Exllz. (welcher eben damals neben anderen Evangellischen Reichs Ständen, auf dem sogenannten Consilio formato noch sich aufgehalten) genommen, seiner Verrichtung halber gebührende Relation erstattet, und die zurückgebrachte Recredentiales, Attestata und Reccomend.-Schreiben überreicht. Und weiln an seinen Verrichtungen kein mangel erschienen, hat er abermaln 50 Ducaten zur Verehrung bekommen mit Vertrostung, do er bey der Cron Schweeden entweder zu Feld, oder nideren Guarnisonen einen ferneren Dienst haben wolte, daß er sich biß dahin bey dem Königl. Schwed. Herrn Rentmeistern aufhalten, und daselbst mit aller nothdurfft versehen werden solte.
      Nachdem sich aber bald darauf das Consilium formatum allda in Franckfurt zerschlagen, deß Herrn Reichs Canzlers Excllz. mit denn ganzen Hoffstatt von dar aufgebrochen, und nach Straßburg, fürtens durch Lothringen auf Haney und Metz, von dar in Franckreich an den Königl. Hof nacher Paris verreist, daselbst aber gar wenig Tag geblieben, hat Er Rötenbeck sich resolvirt, umb erlernung der Franzöß. Sprach und anderer Exercitien willen, lieber auf seinen Costen zu Paris zubleiben, alß dem unglückseel. und feindseeligen Kriegswesen ferner zu folgen. Derowegen er alsobalden mit erlaubnus deß H. Reichs Canzlers Excllz. zu Paris verblieben, seinen Jungen abgeschafft, beede Pferde verkaufft, und bey dem damaligen Königlichen Schwedischen Ordinari Ambassadeur (dem vornehmen und Welt Berühmbten Mann) Herrn Hugoni Grotio, bey 2 Monat lang sich aufgehalten. Hernacher aber, alß man ihme die Rechnung daselbst allzu hoch machen wolte, hat er sich neben Monsieur Jean Mandelsloe, einem Teutschen von Adel, Monsieur Finckern, einem Österreich. von Adel und Carl Wiedeman, eines Kaufmanns Sohn von Franckfurt am Mayen nach Orleans begeben, und etliche Monat daselbst geblieben. Haben miteinander einen Sprachmeister gehabt, Nahmens Mons. Nathanael Duet, und darneben noch andere Exercitia gelernet. Haben eine Raiß nach Blois, Bourges und Saumur biß auf Nantes gethan. Haben zum Kostherren gehabt Mons. Jacques Tourquois, ein Calvinist, hat wechentlich jeden umb anderthalb Crohnen wohl tractirt, und saubere Beth und Losamenten gegeben. Es ist aber Er Rötenbeck nach etlichen wochen daselbst in ein hizig Fieber gerathen, und hat sein Cost Herr und Cost Frau, neben allen seinen Leuthen alß Gottseelige, und gegen Frembden sonderbahr guetthätige Leuthe, in wehrender Kranckheit ihme solche Guetthaten erwiesen, da doch er von ihme gar nicht anderst bekannt, alß daß er nur ein Nürnberger gewesen (welche daselbst in zimblicher aestime sind) welche leibliche Eltern an ihren Kindern nicht treuherziger oder beßer erweißen können. Gott seye deßen reichlicher Vergelter.
      Hiebey ist etwas notables, und zu melden wohl würdig, daß, alß Er Georg Rötenbeck, in obbemelter seiner hiezigen Kranckheit auß Antrieb seines getreuen Kost Herrens und dreyen Cameraden, sich eines Medici bedient, nahmens Mons. Jean Roisson damaliger Königl. Franzöß. und des Duc d'Orleans, Monsieur Gastons, Regis Franciae Ludovici 13. Frater hochbestalter Leib Medicus Reformirter Religion, und ein naher Verwanther deß Cost Herrn Mons. Tourquois. Befragt worden, von wannen Er Rötenbeck, were, wie er heiße, wer seine Eltern gewesen, und wie alt er seye? wegen obgehabter Hiz und Schwachheit aber kaum so viel antworten können, daß er Georg Rötenbeck heiße, von Nürnberg were, sein Vatter seel. Michael Rötenbeck geheißen, und Medicinae Doctor gewesen. Hat er nach zimblich langem Besinnen darauf geantwortet. "Den frommen und Ehrlichen Mann, Herrn Doct. Michael Rötenbecken, habe ich alß einen Studiosum Medicinae gar wohl gekannt, mit ihme und mehr anderen Nürnbergern zu Basel studirt, damaln aber unter anderen Studiosis, keinen Christlichern, stillern und frömmern Studiosum gefunden, alß eben ihn, der ihme bey einer obgehabten Unpäßlichkeit alle Lieb und Treu erzeigt. Weiln sich nun die gelegenheit praesentiret, seinem hinterlaßenen Erben in solcher gefährlichen Kranckheit eine Vergeltung und Christi. Lieb zu erzeigen, wolle er sein äußerstes thun, und, wie eine verba formalia gelautet, mit der Hülfe Gottes seine Maisterstück an ihme erweißen. Doch dabey zu denen umstehenden gesagt, daß er ihne anderst nicht alß für einen todten Menschen annehme." Hat darauf sich gesezt, alsobalden in die Apotheken kostbare Medicamenta verschrieben, deß anderen Tags aber, alß die Hiz je länger je stärker verspührt worden und seines Lebens wenig Hoffnung mehr gewesen, hat er eylend einen Barbierer kommen laßen, und dem Patienten frühe umb 9 Uhr der kleinern 3 Adern zugleich, nach mittag umb 2 Uhr noch Eine, in selbiger Nacht wiederumb zwo, und dan deß nechstfolgenden Tags noch nach mittag, abermals zwo Adern, und also in solcher kurzen Zeit 9 Adern, auf dem Kopf, Armen, Händ und Füßen öffnen und bey jeder Adern nur gar wenig Blut außgelaßen. Darauf befohlen, daß man dem Patienten deß Tages über, alle halbe stund, deß nachts aber alle stund, ein frischgelegtes Ey, wo möglich auch gar warm von der Henne, und nur halb gesotten, einflösen solte, und hat man ihme außer denen frisch gelegten und halbgesottenen Ayrn, 4 Tag lang nichts anders alß eitel gesulzte, mit Zucker und Bisam, auch andern kräfftigen Sachen vermischte Hennenbrüh und Geladinen gegeben, mit Befehlich, nichts anders, was auch ihne gelüsten möchte, zu reichen, sinthemalen das böse geblüth fast gänzlich nehmen, und hingegen ein ganz neues machen müße. Nach diesem hat er ihme geordnet, die Esels Milch früh nüchtern einen zimblichen Becher voll, so warm alß immer möglich von der Eselin zu haben, zu gebrauchen. Hat deßwegen die anstalt gemacht, daß ein Füller Jung gar frühe eine Eselin in das Losament bringen und davon die Milch warm nehmen müssen, deren er sich etliche wochen lang wie wohl nicht ohne Grauen jedoch mit guetem nuzen und Beßerung bedient.
      Weiln nun solche desperate und wunderliche Cur, Gott lob, wohl gerathen, hat Er Rötenbeck, nebst gebührender Danksagung obbenanten seinem Herren Medico eine schuldige und wohlmeritirte Verehrung zugestellet. Welcher er aber nicht annehmen wollen, sondern dieselbe mit diesen Worten wieder zurückgegeben. Er bedancke sich höchlich für eine solche Verehrung, wolle dieselbe zwar angenommen, ihme aber hiemit wieder pro viatico verehret haben. Er erfreue sich von Herzen, daß er nicht allein gelegenheit bekommen, seine Affection gegen seinen alten und getreuen Cameraden H. D. Michael Rötenbecken, wo nicht gegen ihne selbsten, doch noch endlich an seinem leiblichen Sohn, würklich zu erweißen, sondern auch daß der Allerhöchste Gott zu solcher gefährlichen ja desperaten Cur das Glück und gedeihen gegeben, sinthemal er selbsten an deßen so glücklichen außgang starck gezweifelt und nimmermehr vermeint hatte, daß ich auß Orleans wieder lebendig kommen würde. Er hat ihn überdieses den Tag vor seiner abreyß zu hauß ansehentlich gastirt, deßen Haußfrau und zwo Jungfr. Töchter auch, ihme köstliche Labungen, nebenst einem schönen Kranz auf dem weeg verehret.
      Nach dieser schwehr. und gefehrlichen Kranckhait, hat er sich in Gesellschafft unterschiedlicher nationen Anno 1636 im Septemb. von Orleans hinweg;, nach Lyon, von dar auf Genf, weiters übers Gebürg nacher Italien, auf Susa, Savona, Genua, Livorno und Florenz begeben. Zu Florenz etliche Wochen, zu Genua und Livorno etliche Tag. Zu Venedig und Padoua aber etliche Monat geblieben, daselbst er bey Signor Giacomo Bertolino einem Sprachmeister, die Italiänische Sprach und anders gelernet. Von dar ist er wieder nacher Venedig, und sich umber manglenden mitteln willen (dan sein peculium Castrense, welches sich auf etliche 100 fl belaufen, nach und nach verzehret worden. Die Wechßell auch, der Jährlich gefälligen Zinß von seinen Losunggeldern, darauf er sich, wie wohl leyder! vergeblich verlaßen, darumb nicht mehr folgen wollen, weiln man Keinem die Zinß nachgereicht.) zu einem Venetianischen Edelmann nahmens Constanzo Pesaro (welcher eben damal das Goubernement del Contado di Spalatro in Sclavonien, an denn Türkisch Gränz gelegen, angetretten) für einen Hofmaister begeben. Welcher Nobilis Venetus von lauter Teutschen (außer 8 Personen so Italiäner wahren) bedient worden, mit welchem er A° eod. mit einer Comitat von 27 Bedienten, auf der Ordinari Galern de Mercantia nacher ged. Spalatro, allwo die Türckische Kaufleuth ihre Niederlage haben, abgefahren. Kommen allda wochentl. 2 Caravanen jede ungefehr von 60 in 70 mit Wachs, Schamlot, Leder und dergleichen beladen, an. Deßwegen alle Pferd und Personen, wie auch alle mitbringende Waaren, daselbst im Lazareth contumaciren müßen. In welchem Dienst er bey nahe 2 Jahr geblieben, und sehr guete Condition gehabt. Nachdem aber der Erz Bischoff zu Spalatro, homo religiosissimus war, und dem Herrn Comte di Spalatro zugemuthet, daß er doch seine Lutherische und Kezerische Diener, entweder zur Kathol. Religion anweißen, oder aber ad evitandum scandalum wieder zurück gehen laßen, und an deren stellen andere der Cathol. Religion zugethane, annehmen solte. Hat es der Herr Comte nicht thun wollen, sondern sich mit deme entschuldiget. Es hetten seine Vorfahren, sonderlich sein H. Anherr und H. Vatter, auch deren Brüder seel. in unterschiedtlichen vielen Regierungen sich jeder Zeit der Teutschen bedienet, welche ihrer Religion halben niemaln einige Ärgernus gegeben, Erbar und Nüchtern gelebt, und mit ihnen beßere alß ihren aignen Landsleuthen denn Italiänern, sonderlich der Treu halber, accommodirt und versehen gewesen, wolte demnach verhoffen, daß man auch ihme seine getreue Leuthe gönnen und unangefochten laßen würde. Solte aber je der Herr Erz Bischoff einige ärgernus an seinen Teutschen verspühren, und sie deßelben überweißen, wolte er sodann wohl wißen, mit ihnen enderung und straf vorzunehmen, darbey es dann also verblieben.
      Weiln dann, Er Rötenbeck deß Herren Erz Bischoffens mißgunst je länger je mehr verspühret, hat er selbsten getrachtet, in der güete, unter dem vorgewanden praetext, wie daß Er von Hauß schreiben empfangen, nacher Hauß zu raißen hinweg zu kommen, deßwegen seinen Ehrlichen Abschied begehrt, denselben auch, neben seinem Verdienst, noch eine zimbliche Verehrung, empfangen, darauf seinen Weg wieder nach Venedig genommen, und von dar abermals mit einer ungefehr angetroffenen, ihm angenehmen Gesellschafft von 13 Personen, darunter Teutsche, Franzosen, Italiäner und Engländer gewesen, nacher Florenz, und ferner nach Rom gereiset, daselbst etliche wenig wochen geblieben und fast alle denckhwürdigen Sachen, wie auch in der Heyl. Christ Nacht, den Pabst Urban. Octavum, in der St. Peter Kirchen am großen Altar Meß halten, gesehen. Von dar ist er wieder mit gedachter Gesellschafft nach Neapolis verreist und daselbst etliche wochen geblieben. Er ist in willens gewesen, von dar in Sicilien und Spanien zu gehen, weiln er aber keine ihme anstendige gelegenheit haben können, hat er sich wieder zurück auf Rom, Florenz und Venedig begeben, und von dar A° 1640 im Martio auf Pozen, und mit denen Pozner Handelsleuthen nacher Inspruck, Augspurg, Donawerth und Nürnberg verreist, also seine Raißen darmit beschloßen, daselbst er sich zu seinem Vormundt H. Doct. Leonhard Wurfbain Consulenten, in die Cost begeben. Es ist aber eben dazumaln zu Nürnberg ein Churfürstl. Collegial Tag gewesen, und bey der Churfürstl. Sächß. Legation ein mitt abgesander, nahmens Herr Heinrich von Frießen, sich befunden, mit welchem, Er Rötenbeck zu Pariß in Kundschafft gerathen. Hat er sich in ermanglung einer Condition, ad evitandum otium, und damit er auch sehen und erfahrren möchte, was bey dergleichen ansehentlichen Legationibus in publicis vorgehe, bey denen Chur Sächß. Herren Abgesanden umb Dienst angemeldet, welche ihn dan alßbalden in ihre Canzley an- und aufgenommen, mit welchen er hernach (weiln der Churfürstl. Collegial Tag sich bald geendet) auf den zu Regenspurg angestelten Reichstag verreist, alda biß auf den Monat Febr. A° 1641 in Diensten verblieben. Und alß eben umb selbige Zeit zu Nürnberg H. Rathschreiber Löcher diß Zeitliche gesegnet, herr Rathschreiber Andreas Bayr aber auch kranck worden, welcher dan im Monat Maji gleichfalls in Gott seelig entschlaffen, sindt derer beede stellen im Monat Junio mit H. Georg Königen, und H. Johan Christoff Müllern, beeden gewesten Cancellisten der fürdern Canzley, wieder besezt, Ihre stellen aber mit Johan Nürnbergern, und Johan Joachim Hagendorn, gleichfalls beeden Cancellisten, hingegen derselben stellen mit Salomon Burgern und Georg Rötenbecken bestellet worden. Unterdeßen aber ist er, bey Ehren ermeltem seinem Schwagern H. D. Leonhard Wurfbain, in die Cost gangen. Biß er sich Anno 1643 den 5 Junii, mit Jungfrauen BARBARA MAGDALENA, deß Ehrenvesten und Hochgelährten H. Mag. JOHAN DANIEL SCHWENTERS Linguar. Oriental. et Mathematum Profess. Publici zu Altdorff seel. hinterlaßnen Tochter, Ehelich versprochen, in St. Sebalder Pfarrkirchen, nach gewöhnlich öffentlich gehaltenen Kirchgang Christlichen Gebrauch und Ordnung nach copulirt worden. Ihrer Geburth, Lebens und Wandels halben, ist zu finden fol. 90.
      In wehrender Ehe haben sie miteinander nachfolgende Kinder gezeuget: (Folgendes nur auszugsweise)
      1. Georg Michael * 12. 3.1644 + 20. 3.1644
      2. Georg Daniel * 2. 6.1645 + 17. 4.1705 Goldschmied in Nürnberg, ohne Kinder.
      oo 17.10.1681, mit Sabina Eißler
      3. Johann Georg * 10. 1.1647 + ... Arzt in Nürnberg, Canonicus in Köln
      4. Georg Paul * 14. 4.1648, + 18. 2.1710 Professor der Philosophie in Altdorf, 7 Kinder
      oo 16. 1.1682 mit Katharina Sibylla Felwinger 7 Kinder
      5. Georg * 15. 2.1650 + 29.12.1650

      Er hat leyder seine Mutter länger nicht gehabt den 4 Tag, welche den 19 Febr. mehrbemelten Jahres, umb den mittag mit einem gehen Fluß (?) überfallen, und 1/4 stund vor 8 der größern Uhr in der Nacht nach Gottes gnädigen willen, auß diesem Jammerthal, durch den zeitlichen Todt in die Ewige Herrl. versezt worden, welcher Gott und allen frommen Christen, auß Gnaden, eine fröliche auferstehung verleyhen wolle.
      Anno 1659 30 Sept. hat sich Georg Rötenbeck der Älter zum andern mahl verheyrathet, mit Frauen SUSANNA, einer gebohrenen SCHRÖCKIN, weyland LIENHARD BÜCHNERS seel. nachgelaßenen Wittib, welche vorher auch zur Ehe gehabt, WILHELM BAYRN, Handelßman, und mit einander 2 Kinder gezeuget, nahmen URSULA und JOHANN WILHELM. Haben den 21 Novemb. darauf in St. Sebalder Pfarr sich Christi. gebrauch und Ordnung nach, Ehelichen und copuliren laßen, und im Schießgraben das Hochzeit Mahl gehalten.
      A° 1675 den 30. April ist Frau Susanna Herrn Georg Rötenbeckens, des älteren 2te Eheliebste, eine gebohrene Schröckin, seel. in dem Herrn entschlaff. Welcher Er, Herr Georg Rötenbeck, den 14. Junii darauf, ebenfalls, aus dieser Zeitlichkeit, nachgefolget.

  • Quellen 
    1. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 240: 20.7.1612, Rötenbeck Georg.

    2. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv NürnbergTotenbuch St. Sebald S. 367: 1675, Junii, () 18 dto., Der Er.

    3. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 259v: 3.5.1596, Rötenbeck D. Michael / Ammon A.

    4. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 40a: 5.6.1643, Rötenbeck Georg / Schwenter Bar.

    5. A. Mez fand nach Kartei bzw. KB im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg St.Sebald S. 350: Rötenbeck Georg / Büchner Susanna, Ww. d.