Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

Dr. phil. Georg Siegmund Keller

Dr. phil. Georg Siegmund Keller[1]

männlich 1887 - 1961  (73 Jahre)

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  • Name Georg Siegmund Keller 
    Titel Dr. phil. 
    Geboren 05 Mrz 1887  Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Stuttgart Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Privatdozent 
    Gestorben 1961  Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I46608  Paul Wolfgang Merkel | Keller-Daten
    Zuletzt bearbeitet am 6 Dez 2010 

    Vater Edmund Keller,   geb. 13 Mai 1838, Weiler,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 14 Aug 1909, Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 71 Jahre) 
    Mutter Mathilde Caroline Rau,   geb. 18 Mrz 1852, Ulm,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 15 Feb 1939, Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 86 Jahre) 
    Verheiratet 15 Sep 1874 
    Familien-Kennung F20109  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 1 Greta Rebers 
    Geschieden 1948 
    Kinder 
     1. Lebend
     2. Lebend
    Zuletzt bearbeitet am 2 Okt 2009 
    Familien-Kennung F20111  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 2 Lebend 
    Familien-Kennung F20129  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 3 Halia (Hanna) Tschikalenko,   geb. zwischen 22 Feb 1886 und 07 Mrz 1886, Piatihorci,Lubny,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Verheiratet 26 Sep 1911  Edinburgh,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
     1. Lebend
    Zuletzt bearbeitet am 1 Okt 2009 
    Familien-Kennung F20138  Familienblatt  |  Familientafel

  • Fotos
    Personenbild
    Personenbild
    Keller_Georg_Siegmund
    von Christoph Keller 2009 erhalten
    Kel_Georg_Siegmund_GXXIIa6
    Kel_Georg_Siegmund_GXXIIa6
    Kel_Georg_Siegmund_GXXIIa6
    Georg Siegmund Keller, Seite 8 in 11. Nachrichtenblatt 3-1958

  • Notizen 
    • G XXII a 6; K.Nr. 26; Kel 24- 1. 1. 1. 1. 1. 3. 1. 1. 1. 3. 3. 2. 1. 2. 1. 2. 2. 1. 4. 6. 3. 2. 6.; 11. Nachrfichtenblatt S. 16+Bild S.8;
      Kellerbuch S. 119 ff: ..besuchte zuerst das Eberhard-Ludwig-Gymnasium, dann, da er zum Kaufmann bestimmt war, die Wilhelm Realschule, die er mit dem "Einjährigen" verließ, um eine dreijährige Lehrzeit in Stuttgart durchzumachen. 1906-07 diente er als Einj.-Freiw. im 7. Württ. Inf.-Regt. 125, Herbst 1907 kam er auf die Handelsschule nach Lausanne, war aber immer in den Auditorien der Universität zu finden. 1908-10 bereitete er sich in Stuttgart und Tübingen auf das Abiturium vor, das er im Herbst 1910 am Gymnase classique in Lausanne als bachelier ès letres machte. 1910-13 studierte er in Edinburgh und wurde Master of Arts 1913. 1913-14 war er in Kiel, desgleichen 1919-20.7.1920 wurde er zum Lector des Russischen ernannt.
      Kriegszeit: Mitte Juni 1914, kurz vor der Kieler Woche, verließ er Kiel, fuhr nach Kononovka, dem Gut der Familie von Tschikalenko im Gouvernement Poltawa. Im Juli machte er noch eine äußerst interessante Reise von Kiew den Dnjepr hinab bis zu seiner Mündung ins Schwarze Meer bei Cherson. In den gewaltigen Stromschnellen, die nach alter Kosakenart im Boot hinabgefahren wurden, hätte er bei einem waghalsigen Schwimmversuch fast sein Leben eingebüßt. Nach der Kriegserklärung fuhr er sofort nach Kiew, da aber an ein Fotkommen nicht zu denken war, kehrte er nach Kononovka zurück und wurde etwa am 10.8. von der Polizei nach der zirka 85 Kilometer entfenten Kreisstadt Pirjatin abtansportiert, ins Revier gesteckt und damit begann das Wandern von unbeschreiblich schmutziger Polizeihaft zur Kaserneninternierung in Pultawa selbt, dann das polizeiliche Verschicken nach Wologda in Nord-Rußland. Dort, unter ständiger Angst auf's Land weitergeschickt zu werden, was eigentlich einem Lebendig begraben werden gleichkam, lebte er von Ende Oktober 1914 bis Anfang Juni 1915. Schikanen der Polizei und Unsicherheit der Lage erschwerten das Leben außerordentlich. [Zum Glück sandten ihm die Tubikalenkos (Familie der Eefrau) Mittel, so daß er wenigstens nicht Not litt.] Den Winter über widmete er sich hauptsächlich dem Studium des Russischen. Bei der Ausweisung aller in der Stadt Wologda lebenden Deutschen im Juni 1915 wurde ihm das Los zuteil, nach Schadrinsk, etwa 350 Kilometer von Jekatherinenburg, Hauptstadt des Ural, verschickt zu werden. Durch Bestechung der Polizei gelang es ihm, nicht mit dem Transport fahren zu müssen, sondern nach Jaroslawl und von da an die Wolga hinab bis zur Einmündung der Kama zu fahren, dann die Kama hinauf bis Perm, von dort bis Schadrinsk per Bahn über den Ural. Diese 10 Tage lang auf der berühmten Wolga und der Kama, die noch wildere und viel schönere Ufer hat, der kurze Aufenthalt in Jaroslawl, dieser sehr alten Stadt mit alten Kirchen und dem ältesten russischenTheater, dann in Nishnij-Nowgorod, wo alljährlich die große Messe abgehalten wird, und Kasan, der alten Hauptstadt der Tartaren, welche Iwan der Schreckliche eingenommen und dem Reiche einverleibt hat, waren ihm ein tröstlicher Lichtblick. Der in Schadrinsk bis Sept. 1917 dauernde Aufenthalt wurde seelisch für ihn eine grenzenlos schwere, die Nerven zersetzende Zeit, in der ihm einzig seine Guarnerius, seine treue Begleiterin Trost gab. Die russische Revolution hatte für die Deutschen die Lage erleichtert. Er verschwand von Schadrinsk und tauchte als "Elsässer" in Jakatherinenburg auf, um als "Professor de langues" sein Leben zu fristen. Nach vieler Mühe bekam er das Lektorat für französisch und englisch am Berginstitut in Jekaterinenburg, sein engl. Grad eine. M. A. war ihm sehr behilflich dabei. So war er doch materiell versorgt, denn als nun die Bolschewisten ihr segenbringendes Regiment anfingen, konnte er von den Tubikalenkos auf Hilfe nicht mehr rechnen. Im Winter 1918/19 sollte er als Dozent an die Perm'sche Universität, aber im Mai 1919 erst konnte er sich vorstellen und auf der Rückreise wurde er vom Fleckfiebr erfaßt. Dank seiner kräftigen schwäbischen Natur kam er glücklich davon. Aber die Gefangenschaft war ihm, nachdem sie 5 Jahre gedauert, unerträglich geworden. Am 8.7.1919 begann er seine Flucht und da der Westen durch die rote Front gesperrt war, nach Asien hinein, zuerst bis Omsk. Dort erfuhr er, daß ein Warenaustausch an der Obmündung oben im Norden stattfinden sollte. Norwegische und schwedische Dampfer sollten dort anlaufen. Er beschloß, die Flucht mit einem schwedischen Dampfer zu wagen, und verkaufte seine Pelze und warmen Sachen, kurz alles was er hatte. Nur die Geige und etwas Wäsche behielt er. An derObbucht angelangt, verlebte er noch schlimme Wochen des Wartens, denn man wollte und durfte ihn nicht mitnehmen, so wenig wie die zirka 300 zu Löscharbeiten dorthin geschleppten deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen. Doch endlich glückte es ihm als einzigem, und nach langer Fahrt durch das Karische Meer, die Barent-See, vom Nordkap die norwegische Küste hinab bis Drontheim, von da über Christiania betrat er nach 5 Jahren und 4 Monaten endlich wieder deutsche Erde.
      Inzwischen hat er in Kiel seine Studien wieder aufgenommen, promovierte 1921 zum Dr. phil und ist seitdem an der dortigen Unversität Lector der russischen Sprache. 1940 wurde er Staats-Oberbibliothekar und zum Leiter der slawischen Abteilung an die Bayr. Staatsbibliothek Müchen berufen; 1947 zum Direktor der Universitätsbibliothek Würzburg und 1951 wurde er apl. Professor für Slawistik daselbst. 1961 starb er.
      Keller-Nachrichtenblatt 4 S.5: Dr. Georg Siegmund löst seinen Haushalt in Kiel auf, Frau und Kind siedeln nach Genf über, er selbst wird in nächster Zeit mit einjährigem Urlaub "studienhaber" nach Belgrad gehen.

  • Quellen 
    1. Albrecht Keller: Nachkommen von Keller Wilhelm + Pauline Nast 02 (3.12.2010);.