Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

Wilhelm Keller

Wilhelm Keller[1]

männlich 1842 - 1904  (61 Jahre)

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  • Name Wilhelm Keller 
    Geboren 23 Okt 1842  Weiler,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Ebingen Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Abgeordneter 
    Gestorben 02 Feb 1904  Ebingen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I46592  Paul Wolfgang Merkel | Keller-Daten
    Zuletzt bearbeitet am 6 Dez 2010 

    Vater Wilhelm Keller,   geb. 16 Mai 1806, Stuttgart-Gaisburg,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 05 Jan 1890, Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 83 Jahre) 
    Mutter Pauline Friederike Nast,   geb. 14 Mai 1814, Wangen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 26 Nov 1888, Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 74 Jahre) 
    Verheiratet 12 Mai 1835  Münchingen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Familien-Kennung F20065  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Anna Eytel,   geb. 4 Okt 1854, Schwaigern,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 24 Jul 1912, Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 57 Jahre) 
    Verheiratet 12 Mai 1873  Stuttgart,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
     1. Wilhelm Eugen Keller,   geb. 13 Dez 1874, Thening,Linz,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 08 Nov 1946, Korntal,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 71 Jahre)
     2. Gertrud Keller,   geb. 08 Nov 1875, Thening,Linz,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 12 Nov 1875, Thening,Linz,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 0 Jahre)
     3. Clara Elisabeth Keller,   geb. 14 Okt 1878, Thening,Linz,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 27 Apr 1962  (Alter 83 Jahre)
     4. "Emma" Luise Mathilde Keller,   geb. 16 Dez 1881, Lampoldshausen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 07 Mai 1948, Schorndorf,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 66 Jahre)
     5. Maria Thusnelde (Thus) Fanny Keller,   geb. 23 Apr 1885, Lampoldshausen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 10 Jan 1957, Herrenberg,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 71 Jahre)
     6. Rudolf Edmund Keller,   geb. 03 Aug 1886, Lampoldshausen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 05 Mai 1946, Tegernsee,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 59 Jahre)
     7. Stephanie (Fanny) Paula Keller,   geb. 01 Dez 1887, Lampoldshausen,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 1975, Berlin,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 87 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 4 Okt 2009 
    Familien-Kennung F20112  Familienblatt  |  Familientafel

  • Fotos
    Personenbild
    Personenbild
    Keller_Wilhem_GXXIa3
    von Christoph Keller 2009 erhalten
    Kel_Wilhelm_GXXIa3
    Kel_Wilhelm_GXXIa3
    Kel_Wilhelm_GXXIa3
    Kellerbuch S. 114: GXXIa3 - Wilhelm Keller

  • Notizen 
    • G XXI a 3; Kel 22- 1. 1. 1. 1. 1. 3. 1. 1. 1. 3. 3. 4. 1. 1. 7. 3. 6. 4. 6. 3. 3.;
      Kellerbuch S. 121; Albrecht Keller Nachkommen von Wilhelm Keller und Pauline Friederike geb. Nast, 18.7.2009: Nach dem Besuch der Lateinschule in Ludwigsburg erlernte er 1857-63 die Pharmacie bei Apotheker Beck in Markgröningen; 1861-63 Gehilfe bei Apotheker Pfander in Weinheim a.d.Bergstraße, bei Apotheker Greiner in Ludwigsburg und bei Apotheker Villinger in Besigheim; 1864-65 stud.chem. Tübingen; „Pharmazeut von seinem 14ten bis 22ten Lebensjahr mit recht guten Zeugnissen erstand (ich) nach 1½-jähriger Vorbereitung im Gymnasium zu Tübingen die Maturitätsprüfung im Jahre 1866.“ 1866-69 stud. theol. in Tübingen; April - Oktober 1870 Pfarrgehilfe in Blaufelden; Ende Oktober 1870 bis März 1871 als freiwilliger Feldgeistlicher bei der Armee des Prinzen Friedrich Karl als Lazarettpfarrer im Feld zuerst in Corny bei Metz und dann in der Stadt Troyes in den mit Verwundeten und Typhuskranken überfüllten Spitälern; April 1871-Februar 1872 Pfarrverweser in Malmsheim, Herrenalb und Gerlingen; 12.Mai 1872 Berufung zum Pfarrer der evang. Diaspora-Gemeinde in Thening bei Linz (Oberösterreich), dort bis Juni 1880 tätig; 19.8.1880 zuerst Pfarrverweser in Lampoldshausen, 1890-97 in Gechingen OA.Calw, ab 1897 Stadtpfarrer in Ebingen bis zu seinem Tod 1904.
      Als seine Eltern im Jahr 1848 von Weiler nach Eglosheim übersiedelten, war er sechs Jahre alt. Täglich wanderte er mit seinem älteren Bruder Edmund von dort nach Ludwigsburg in die Lateinschule bis zum 14. Lebensjahr. Wenig Freude machten ihm die alten Sprachen, mehr Neigung empfand er für Naturwissenschaften. aber bei dem damals eng begrenzten Pfarrleben im Elternhaus konnte er sich nicht entschießen, in fremden Ländern Umschau zu halten. Er entschloss sich zum Beruf des Chemikers, in dem er sich bis zum Jahr 1865 ausbildete (siehe oben). Der fromme Sinn der Eltern hatte nach und nach in seinem Herzen Wurzel geschlagen und er beschäftigte sich ernstlicher mit dem Worte Gottes. Anlässlich seiner Studienzeit in Tübingen reifte in ihm der Entschluss, „die Hand an den Pflug des Reiches Gottes zu legen“ und er begann zunächst die klassischen Sprachen des Gymnasiums nachzuholen. Dann ging er rüstig an die Arbeit und holte auf den Schulbänken des Gymnasiums in Tübingen, zur großen Freude seiner Eltern, in 1½ Jahren das Versäumte nach. Vier Jahre hernach legte er die erste theologische Dienstprüfung ab und wurde Vikar bei Dekan Klett in Blaufelden. Dort musste er den „Eides-Vorhalt für einen Pfarrverweser (Pfarrgehilfen)“ unterzeichnen:
      „Sie als aufgestellter Pfarrgehilfe (Pfarramtsverweser) verpflichten sich durch Handtreu an Eidestatt: Seiner königlichen Majestät, unserem allergnädigsten König und Herr, treu und gehorsam zu seyn, und alle Obliegenheiten Ihrer Stelle in der Kirche, Schule und Seelsorge nach Vorschrift der Gesetze und Verordnungen, namentlich der doppelten Amts-Instruktion für die evangelische Geistlichkeit, so wie nach den Weisungen Ihrer Vorgesetzten, mit Eifer, Fleiß und Genauigkeit zu erfüllen.
      Sie werden sich insbesondere bei Ihrer kirchlichen Vorträgen und dem Religions-Unterrichte an die Heilige Schrift halten, und sich keine Abweichungen von dem evangelischen Lehrbegriffe, so wie derselbe vorzüglich in der Augsburg’schen Condfession enthalten ist, erlauben. In Ihrem Lebenswandel werden Sie sich sorgfältig hüten, Anstoß und Ärgerniß zu geben, sich durch ein untadelhaftes, bescheidenes und menschenfreundliches Betragen die Zufriedenheit Ihrer Vorgesetzen, und die Achtung und Lieb der Gemeinde zu erwerben suchen.
      Sie werden sich bestreben, in Allem so zu handeln, wie es Ihre Pflicht fordert, und Sie es gegen Gott zu verantworten sich getrauen."
      Die vorgenommene Verpflichtung Blaufelden, den 25ten April 1870 T.Wilhelm Keller
      Zur Beurkundung: der Dekan Klett
      Dann kamen die Kriegsjahre 1870/71, in denen er in seinem neuen Berufe tätig war (siehe oben). „Er wurde trotz der vielen Gefahren gnädig bewahrt, so dass er wohlbehalten am Schluss des Feldzuges mit den jubelnden Truppen heimkehrte.“ (bei Beerdigung)
      Nach seiner Rückkehr wurde er als Pfarrverweser nach Malmsheim, Herrenalb und Gerlingen gesandt. Ehe er dem Rufe des Gustav-Adolf-Vereins folgend nach Österreich ging, warb er bei der Witwe des im Dezember 1871 verstorbenen Pfarrers Wilhelm Eytel in Gerlingen um die Hand ihrer Tochter Anna. Im Jahr darauf folgte sie ihm als Gattin nach Thening, wo er acht Jahre als Pfarrer wirkte. Es war ein großes Arbeitsfeld, das sich auf 68 Filialen ausdehnte. Aber mit der Zeit wurde ihm die Arbeit zu schwer, zumal er sich im kalten Winter 1880 einen gefährlichen Lungenkatarrh zuzog, von dem er sich im dortigen unruhigen Amte nicht mehr erholen konnte. So musste er als Seelsorger von dem ihm sehr zugetanen Gemeindekreis scheiden, nachdem er zuvor in dem von ihm mitbegründeten Diakonissenhaus Gallneukirchen in treuester Pflege die nötigste Erholung vor seinem Umzug nach Württemberg finden konnte. Im Heimatland wirkte er nun von Juli 1880 bis 1891 in Lampoldshausen, wo die Kinder 3 bis 6: Emma, Rudolf, Tusnelde und Fanni geboren wurden. Die Schwiegermutter Marie Eytel mit ihrer Tochter Fanni zog zu ihnen. Erstere starb in Gechingen, letztere in Ebingen am 2.8.1898. Im Juli 1891 übersiedelte die Familie nach Gechingen bei Calw und verlebte dort 6 gesegnete Jahre. 1897 wurde er von der Diöcese Calw als Abgeordneter in die evangelische Landessynode entsandt, ab 1900 als Vertreter der Diöcese Balingen. Am 15.12.1897 berief ihn seine vorgesetzte Behörde, durch seine Tätigkeit als Abgeordneter in der evang. Landessynode auf ihn aufmerksam gemacht, als Stadtpfarrer nach Ebingen, wo er bis zu seinem Hingang in vorbildlicher Weise seines Amtes waltete. „Neben der Verkündigung des Gottes-Wortes, neben Unterricht der Schulkinder und Konfirmanden, neben Seelsorge an Gesunden und Kranken, war es besonders die Arbeit an der Augustenhilfe, im Vereinshaus und Jungfrauenverein, die ihm am Herzen lag und befriedigte. Im Mai 1898 konnte er mit seiner Familie das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern.“
      Auch er war wie sein seliger Vater und dessen Bruder ein stattlicher, schöner Mann, auch ihn zeichnete die Stammesart der Väter aus in dem tiefen Blau der Augen und dem wallenden blonden Haargelock. Trotz seines guten Aussehens musste er aber auf seine Gesundheit peinlich achten, die immer zu wünschen übrig ließ. Er war ein würdiger Erbe seines Vaters im Pfarrberufe, unermüdlich tätig in der Seelsorge und in sozialer Hinsicht.
      Von 1902 an begann eine Leidenszeit, die sich Anfang 1903 in Herzkrämpfen äußerte, so dass er sich der Hilfe eines Vikars bedienen musste. Sein Zustand besserte sich im Frühjahr 1903, so dass er zu seiner größten Freude die Trauung der ältesten Tochter Clara selbst vornehmen konnte, die ihrem Gatten Christian Vöhringer (Missionskaufmann) zur Goldküste nach Afrika folgte, - es war seine letzte Amtshandlung. Ein leichter Schlaganfall mahnte ihn, dass es jetzt Ernst werde zum Abschied von den Seinen, dazu traten Erstickungsanfälle, die ihm qualvolle Nächte bereiteten. „Er berief seine auswärts befindlichen Kinder Tusnelde und Fanny und seinen Bruder an sein Krankenlager, um sich von ihnen zu verabschieden; der älteste Sohn kam 10 Tage von Grottau in Böhmen, wo er als Pfarrvikar an einer evang. Gemeinde wirkte. In dieser Zeit besprach der Kranke alles bis ins Einzelne über seinen Tod mit den seinen...Auch von den Gemeindegliedern, die ihm besonders nahe standen, nahm er Abschied... Am Dienstag, 2.Februar war er meist nicht mehr bei Bewusstsein, doch bemühte er sich noch zu sagen: „Dass ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist“ und „Jesu dir leb ich.“ Um 4 Uhr nachmittags nahte das Ende. Die letzte halbe Stunde war schwer. Die Seinigen beteten ihm einen seiner Lieblingsverse:
      O Jesu meine Wonne, komm bald und mach dich auf!
      Geh auf, verlangte Sonne, und fördere deinen Lauf.
      O Jesu mach ein Ende und führ uns aus dem Streit;
      wir heben Herz und Hände nach der Erlösungszeit.
      Da ging ein Schimmer der Erleichterung über das schmerzvolle Antlitz und bald stand der Atem still.“ (Aus Lebenslauf, zum Teil vorgetragen im Trauergottesdienst von Vikar Zeeb)
      Seine Witwe zog nach Stuttgart Berg.

  • Quellen 
    1. 115; Albrecht Keller: Nachkommen von Keller Wilhelm + Pauline Nast 02 (3.12.2010);.