Familiendaten der
 Paul Wolfgang Merkelschen Familienstiftung Nürnberg

des Inneren Rats Johann Georg Geiling

des Inneren Rats Johann Georg Geiling

männlich 1657 - 1729  (72 Jahre)

Angaben zur Person    |    Medien    |    Notizen    |    Alles    |    PDF

  • Name Johann Georg Geiling 
    Titel des Inneren Rats 
    Geboren 07 Sep 1657  Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Hipfelhof Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Pfleger 
    Beruf 1676  Tübingen,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Stud. jur. 
    Gestorben 23 Dez 1729  Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Begraben 25 Dez 1729  Weinsberger Straße Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • schönes Grabmal
    Personen-Kennung I13375  Paul Wolfgang Merkel
    Zuletzt bearbeitet am 20 Jul 2004 | ravo 

    Vater Johann Geiling,   geb. 26 Dez 1610,   gest. 1680  (Alter 69 Jahre) 
    Mutter Margaretha Kössig,   geb. 23 Jun 1614,   gest. 1685  (Alter 70 Jahre) 
    Notizen 
    • Johann Georg Geiling hatte am 7.9.1657 hier das Licht der Welt erblicktals Sohn des Stadtgerichts-Assessors Johann Geiling ( 1610 – 1680, †durch Unfall ) und seiner Ehefrau („Eheliebstin“ war der damaligeAustruck ) Margaretha geb. Kössig ( 1614 – 1685 ), Tochter des MichaelKössig, eines alten Heilbronners, der auch im großen Rat saß. – Der Sohntrat in die Fußspuren des Vaters, der Jurist war. (Ausschnitt aus Textbei diesem Sohn)
    Familien-Kennung F5691  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Maria Barbara Hesser,   geb. 24 Mrz 1671, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 03 Mrz 1752, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 80 Jahre) 
    Verheiratet 10 Mai 1687  Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Notizen 
    • 13 Kinder
    Kinder 
     1. Maria Magdalena Geiling,   geb. 03 Mai 1688, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 24 Jul 1752, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 64 Jahre)
     2. Johann Georg Geiling,   geb. 1696, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 1757  (Alter 61 Jahre)
     3. Georg Heinrich Geiling,   geb. 1698, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 1756  (Alter 58 Jahre)
     4. Anna Elisabeth Geiling,   geb. 1701, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
     5. Maria Magdalena Barbara Geiling,   geb. 1703, Heilbronn,,,,,,,, Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort,   gest. 1757  (Alter 54 Jahre)
    Zuletzt bearbeitet am 20 Jul 2004 
    Familien-Kennung F5689  Familienblatt  |  Familientafel

  • Fotos
    Geiling J G Beschriftung
    Geiling J G Beschriftung
    Auf der Rückseite des Ölgemäldes ist dieser Zettel angebracht.
    Das Bild stellt Joh. Georg Geiling dar und war von Ernst Cramer, Chemniz, an einen Restaurator gegeben und 2004 von Eberhard Brick abgeholt.
    Geiling ganz
    Geiling ganz
    Johann Georg Gailing, 34 Jahre, 1692, Ölbild; von Ernst Cramer - an Eberhard Brick 2004
    Geiling-Kopf
    Geiling-Kopf
    Johann Georg Gailing, 34 Jahre, 1692, Ölbild; von Ernst Cramer - an Eberhard Brick 2004
    Geiling-Wappen
    Geiling-Wappen
    Johann Georg Gailing, 34 Jahre, 1692, Ölbild; von Ernst Cramer - an Eberhard Brick 2004
    Personenbild
    Personenbild
    Geiling mit Wappen
    Johann Georg Gailing, 34 Jahre, 1692, Ölbild; von Ernst Cramer - an Eberhard Brick 2004

  • Notizen 
    • Bürgermeister Lic. Johann Georg Geiling ( 1657 – 1729 )
      Als Bürgermeister v. Rühle am 23.6.1726 starb, wählte der Innere Rat am 29.8. des gleichen Jahres zum 3. Bürgermeister das Mitglied des Inneren Rats Lic. jur. Johann Georg Geiling. Der bisherige 2. Bürgermeister, Georg Friedrich Pancug, rückte auf die Stelle des ersten, und der bisherige 3. Bürgermeister, Heinrich Orth, auf die Stelle des 2. Bürgermeisters vor.
      Johann Georg Geiling hatte am 7.9.1657 hier das Licht der Welt erblickt als Sohn des Stadtgerichts-Assessors Johann Geiling ( 1610 – 1680, † durch Unfall ) und seiner Ehefrau („Eheliebstin“ war der damalige Austruck ) Margaretha geb. Kössig ( 1614 – 1685 ), Tochter des Michael Kössig, eines alten Heilbronners, der auch im großen Rat saß. – Der Sohn trat in die Fußspuren des Vaters, der Jurist war. Nach dem Besuch des Heilbronner Gymnasiums ging er 1676 zum Studium der Jurisprudenz nach Tübingen und von dort nach Jena, Wittenberg und Gießen. Der Vater ließ es also nicht daran fehlen, den Sohn mit den Damals bekannten Hochschullehrern der Rechtswissenschaft bekannt zu machen.
      Am 2.5.1681 wurde Johann Georg Geiling Licentiat jur. Anschließend arbeitete er einige Jahre beim Reichskammergericht in Speyer, wo ihn vorzugsweise die kaiserliche Kameral – Praxis interessierte. Eine „ Informationsreise“ führte ihn dann über Straßburg, Stuttgart, Ulm, Augsburg, Regensburg und zurück nach Heilbronn. Sein weiterer Lebensweg war zunächst der für seinen Stand allgemein übliche. Er ließ sich als freier Rechts – Konsulent in seiner Vaterstadt nieder und heiratete. Am 10.5.1687 trat er in den Ehestand mit Maria Barbara Hesser ( geb. 24.3.1671, † 3.3.1752), Tochter der Heilbronner Metzgerseheleute Michael Hesser und Margarethe geb Schmidt. Die Ehe war standesgemäß durch die hohe Mitgift der Braut. Diese versteuerte nach dem Tod ihres Mannes, den sie um 23 Jahre überlebte, ein Vermögen von 36 925 Gulden und gehörte damit zu den reichsten Leuten in der Stadt. (Sie muß eine gute Frau gewesen sein, denn im Totenbuch steht über sie die Notiz : Sie war eine Zierde ihres Hauses, Ehre ihres Geschlechts und Wohltäterin der Armen.)
      Von den 13 Kindern des Paares starben 6 im frühen Alter. Die am Leben Gebliebenen machten alle „ gute Partien“ und knüpften die Bande mit den einflußreichen Familien in der Stadt enger. Eine Tochter – Maria Magdalena, 1688 bis 1752 – verheiratete sich am 14.6.1712 mit dem Syndikus der Ritterschaft des Kantons Odenwald und kurpfälzischen, von Schweinfurt stammenden Regierungsrat Lic. jur Johann Christoph Kornacher, dem Großvater „ Kätchens“. – Der Sohn Johann Georg ( 1696 – 1757 ) Jurist, wurde nach seiner Rückkehr vom Studium ins Stadtgericht gewählt. 1727 wurde er Stadtschultheißenamts – Anwalt , von 1734 – 1754 war er Stadtschultheiß ( erster Zivilrichter ) und zugleich Vogt von Frankenbach, ein kaiserliches Lehensamt über dieses zum Territorium Heilbronn gehörige Reichsdorf. – Er war verheiratet mit Regina Catharina v. Roßkampf ( 1678 – 1748 ), die zwar 18 Jahre älter als er, dafür aber sehr reich war. Sie war die Witwe des Georg David Lambert v. Roßkampf auf Trappensee und die Tochter des Johann David v. Feyerabend und der Zuckerbäckerstochter Catharina Blank von Straßburg. Er war zu seiner Zeit der reichste Heilbronner und versteuerte 43 475 Gulden Vermögen. – Sein Bruder Georg Heinrich ( 1698 – 1756 ), auch Jurist, 1729 Ratskonsulent und Stadtsyndikus, heiratete am 9.11.1734 die Stieftochter seines Bruders Johann Georg, Sibylle Catharina v. Roßkampf ( 1704 – 1738 ), Tochter des Georg David Lambert v. Roßkampf auf Trappensee und der Regina Catharina v. Feyerabend. Er wurde dadurch der ( Pseudo -) Schwiegersohn seines Bruders.
      Die Ehen zweier anderer Töchter rundeten das Bild ab. Anna Elisabeth ( geb. 1701 ) heiratete 1727 den Sohn des Bürgermeisters Lic. Georg Friedrich Pancug, Georg Conrad Pancug, Advokat, dann städtischer Aktuar, Senator und Archivar. – Maria Magdalena Barbara ( 1703 – 1757 ) erkor sich im gleichen Jahr 1727 das Mitglied des Inneren Rats, Baumeister Steuerverwalter und späteren Bürgermeister Johann Schübler.
      Soweit die Kinder. – Johann Georg Geiling, gerühmt als begabt, treu und fleisig, machte die übliche Karriere. Am 17.8.1689 ins Stadtgericht berufen übernahm er von Anfang an auch unbeliebte Ämter, wie z. B. bei der Brotkontrolle war er Brotwäger, später Pfleger des Hipfelhofes. 1690 wurde er in den Inneren Rat gewählt, 1701 zu einem Steuerverwalter bestellt, 1726 (s. o.) wurde er 3. Bürgermeister, welches Amt er aber nur drei Jahre, bis zu seinem Tod, innehatte. Dürr ( Heilbronner Chronik ) verzeichnet in dieser Zeit keinerlei lokale Ereignisse von Bedeutung.
      Im Spätjahr 1729 grassierte in Heilbronn, und wohl auch sonstwo, die Grippe, damals „catharralisches Fieber“ genannt. Obwohl bis dahin wenig krank, erholte sich Bürgermeister Geiling davon nicht. In der Nacht vom 22. Zum 23. Dezember, morgens gegen 2 Uhr, hauchte er, betrauert von den Seinen, seine Seele aus. Er wurde mit allen Ehren und entgegen der sonstigen Gepflogenheit am ersten Weihnachtstag bestattet. Der Leichenzug ging, wie der amtierende Pfarrer im Totenbuch vermerkte, „ wegen des weiten Weges und des Tages“ zuerst zum Friedhof an der Weinsberger Straße ( wo später ein schönes Grabmal gesetzt wurde ), und weil am Stephanstag der württ. Rat und Pfleger Kommerell beerdigt werden mußte. Am Abend wurde die Leichenpredigt in S. Kilian gehalten über 1. Mose 32, 10 : „ Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast“, welches Wort sich der Verstorbene selbst gewählt hatte.
      (Auskunft von Gerhard Bölz, Brackenheim-Stockheim, vom 19.7.2004)
      Gleichlautender Artikel in SCHWABEN UND FRANKEN, Heimatgeschichtliche Beilage der HEILBRONNER STIMME, 11. Jahrgang / Nummer 12, Samstag den 11. Dezenber 1965, Seite II: DIE HEILBRONNER BÜRGERMEISTER DES 18. JAHRHUNDERTS (III) - 5. BÜRGERMEISTER LIC. JOHANN GEILING (1657-1729)